Psyche und Soma

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Allgemeine Gesundheitsinformationen

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Zur Allgemeinmedizin

An der Universität wird man niemals lernen, dass z. B. Injektionen von Vitamin B12 ein ideales Mittel in der Allgemeinarztpraxis ist. Wir wenden es bei den Situationen an, wo eigentlich Psychosomatik gefragt wäre, der Patient aber nicht bereit ist, etwas mehr als üblich an sich selbst zu arbeiten oder wo man eben ergänzend zur mehr psychologischen Behandlung etwas auf das Somatische Bezogenes geben will.

Die allgemein aufbauende Wirkungder körper ist auch naturwissenschaftlich bewiesen (B12 spielt eine zentrale Rolle im gesamten Metabolismus), leider auch schon dadurch, dass man durch die Behandlung Gewicht zunehmen kann. Für viele psychosomatische Fälle ist dies aber oft auch förderlich.

Gute Erfahrungen bei Kopfschmerzen und Migräne habe ich auch mit Pestwurz (z. B. Petadolex) machen können. Angesichts der großen Problematik durch Analgetikamißbrauch und Nierenschäden, kann ein Phytopharmakon hier sehr wichtig sein.

 

Bei leichteren bis mittelgradigen Blasenentzündungen genügt es meist Monuril 3000, ein Antibiotikum, das man nur als Einzeldosis, also nur einmal nehmen muss, anzuwenden. Man sollte jedoch gleichzeitig pflanzliche Urologika oder Methionin (eine natürliche Aminosäure) zur Mit- und Nachbehandlung einnehmen.

 

Bei leichten bis mittelschweren Depressionen wird oft Johanniskraut als wirksam beschrieben. Ich habe jedoch nur bei Dosierungen über 900mg und nur bei einigen Personen Erfolge gesehen. Trotzdem halte ich es für ein sinnvolles Mittel. Ebenso sind höherdosierte Gemische aus Baldrianwurzel, Hopfenzapfen und Melisseblättern bei Schlafproblemen hilfreich. Ansonsten bin ich durchaus der Ansicht, dass die meisten pflanzlichen Mittel als solche keine ausgeprägten Wirkungen haben und eher durch ihre Placebo-Funktion helfen.

 

Zur Neuropathie. Alternativbehandlungen bei neuropathischen Schmerzen: Eine Vielzahl von Schmerzsyndromen sind nicht durch interne Krankheiten oder orthopädische Leiden hervorgerufen, sondern neuropathisch, d. h. sie stammen aus einer Entzündung, Degeneration oder sonstigen Irritation eines Nervenstranges selber. Dieser Schmerz ist meist brennend, stechend-reißend, erzeugt Missempfindungen (Ameisenlaufen) oder auch ein taubes Gefühl. Eine der bekanntesten Erkrankungen in dieser Richtung ist die Trigeminusneuralgie. Meist ist die Ursache nicht bekannt, selten liegt eine Einengung des Nervenverlaufs im Gehirn durch eine Arterie vor, was dann operiert werden kann. Häufig für eine Neuropathie ist auch die Gürtelrose, eine Virusentzündung der Nerven und ebenso häufig sind diabetische Nervenstrangschädigungen. Meistens handelt es sich jedoch um nicht ganz aufzuklärende Ursachen, und dann will man einen derartigen neuropathischen Schmerz nicht ständig mit starken Schmerzmitteln behandeln. In diesem Fall gibt es Alternativen.

 

Am bekanntesten sind Vitamin B-Präparate, vor allem solche, die Bl, B6 und B12 enthalten. Man muss sie hoch dosieren. Ebenso unschädlich, weil aus einer verwandten Arznei stammend, ist Alpha-Liponsäure. Man sollte 2 -3 x 600 Milligramm nehmen. Das Mittel ist teuer und wird von den Kassen nicht bezahlt, da frei verkäuflich, ist aber für den neuropathischen Schmerz gut geeignet. Wirksam bei neuropathischen Schmerzen sind auch Mittel aus der Pestwurz und der Teufelskralle. In schweren Fällen sollte man aber doch auf ein neues Medikament aus der biochemischen Forschung zurückgreifen. Der Wirkstoff heißt Pregabalin und wirkt an den sogenannten Gaba- (Gammaaminobuttersäure} Rezeptoren des Nervensystems direkt. Hier werden selbst stärkere Schmerzen gelindert. Ebenso allopathisch, aber kein übliches Schmerzmittel ist Carbamazepin, das ähnlich wirkt, allerdings auch bei Epilepsien eingesetzt werden kann und müde macht. Empfehlenswert ist immer auch eine Klärung, ob Psychotherapie sinnvoll ist.

 

Zum Stoffwechsel. Das ständige Problem mit dem zu hohen Cholesterin: Ob die Anwendung der cholesterinsenkenden Medikamente mit dem pauschal abgekürzten Namen „Statine", die zwar hervorragend auf die Senkung des Cholesterinspiegels wirken, auch mit einer deutlichen Reduktion von Herzkranzgefäßerkrankungen wie etwa dem Herzinfarkt korreliert, wird immer noch diskutiert. Doch das Problem ist nicht neu. Seit 45 Jahren wird auch darüber diskutiert, wie die Reduktion von Risikofaktoren wie Cholesterin, hoher Blutdruck, Rauchen etc. sich auch tatsächlich in einer deutlichen Verbesserung von Herzkrankheiten und vor allem auch der Sterblichkeitsrate dieser Erkrankungen niederschlägt.

Trotzdem ist es grundsätzlich in unserer heutigen Konsum- und Stressgesellschaft sinnvoll, das Cholesterin im Blut zu senken. Diät steht hier nach wie vor an erster Stelle. Gesättigte Fette in Butter, versteckt auch in Fleisch und Wurst sollte man vermeiden. Auch bei den Formen, bei denen die erhöhten Cholesterinspiegel mit einer verstärkten Cholesterinsynthese in der Leber zusammenhängen, macht Diät Sinn. Es gibt nämlich einen Cholesterinkreislauf, der Blutcholesterin in den Darm zurückschleust. Wird mit der Nahrung wenig Cholesterin aufgenommen, wird dieses zurückgeschleuste Cholesterin auch vermehrt ausgeschieden. Erst an zweiter Stelle stehen Medikamente. Hier können einfachere Mittel wie die sogenannten Omega-3-Fettsäuren bereits einen guten Effekt haben, zumal diese auch noch eine direkte Verbesserung an den Herzkranzgefäßen bewirken. Man sollte hier auf möglichst gereinigte Präparate achten.

Nach wie vor sind auch Mittel auf der Basis einer harzähnlichen Substanz (Cholestyramin) wertvoll, sie „verkleben" sozusagen das Cholesterin im Darm und schleusen es aus. Auch können die früheren Mittel wie Fibrate zum Einsatz kommen oder die heute eben so modern gewordenen Statine. In letzter Zeit mehren sich allerdings wieder Beobachtungen, dass diese Mittel mit Schmerzen und Schädigungen der Muskulatur einhergehen und das Muskelenzym Kreatinkinase erhöhen. Ich hatte in der eigenen Praxis ca. hundert Fälle dieser Art.

Noch mehr müsste man hier etwas zum Zuckerstoffwechsel (Diabetes) sagen, dies würde aber den Rahmen dieser Broschüre sprengen. Es gibt heute Gottseidank sehr viel geschulte Diabetesärzte, an die man sich wenden sollte, wenn man Probleme damit hat. Die einfache Zuckerbestimmung ist oft nicht sehr aussagekräftig, man sollte sich den Langzeitzucker (das HbA1C) bestimmen lassen, der nicht höher als 6,2 sein sollte.

Zu Magen-Darmproblemen. Phytotherapie bei Magen-und Darmstörungen. Viele Magen- und Darmstörungen kann man heute mit modernen Phytotherapeutika behandeln. Schon Appetitstörungen lassen sich mit einer Mischung aus Wermut- und Tausend-Gulden-Krauttee gut therapieren. Diese Teesorten enthalten Bitterstoffe, die die Magendrüsen anregen. Man muss die Teemischung eine halbe Stunde vor dem Essen trinken.

 

Bei motorischen Magen- und Darmstörungen wie etwa bei Völlegefühl oder Krämpfen kann man sehr gut eine fertige Pflanzen-Mischung, wie sie in dem Handelspräparat Iberogast vorliegt einnehmen.

Etwas anderes sind wirkliche Magen­-Darminfekte etwa durch Viren, wie wir sie bei den üblichen Brechdurchfallerkrankungen vorfinden. Hier kann man gut mit Mitteln behandeln, die die natürliche Darm Flora wiederherstellen. Ein solches Mittel ist etwa Perocur Forte oder Santax. Bei stärkeren Ausprägungen dieser Erkrankungen kann man zusätzlich gerbstoffhaltige Medikamente wie etwa Tannacomp oder chemische Mittel wie Loperamid einnehmen.

Eines der häufigsten Leiden ist die Übersäuerung des Magens. In einfacheren Fällen kann man sich mit magnesiumhaltigen Mitteln helfen wie z. B. Magaldrat. Bei gravierenderen Problemen dieser Art muss man zu Mitteln wie Ranitidin oder zu sogenannten Protonen-Pumpen-Hemmstoffen greifen.

 

Einfache Formen chronischer entzündlicher Darmerkrankungen an kann man mit Mesalazin therapieren, einem dem Aspirin verwandten Stoff. Bei immunologischen Erkrankungen wie dem Morbus Crohn können auch cortisonähnliche Mittel verwendet werden, zum Beispiel Entocort, wogegen bei ebenso immunologisch bedingten Nahrungsmittelallergien das natürlichere Mittel Colimmune verwendet werden kann.

 

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