Information zur Psychoanalyse und Psychotherapie in der Praxis.
Die Psychoanalyse wurde vor mehr als hundert Jahren von dem Wiener Nervenarzt S. Freud entwickelt. Auch wenn es inzwischen gewisse unterschiedliche Schulen gibt, wird doch international das gleiche Begriffsinstrumentarium verwendet. In den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts absolvierte ich meine Ausbildung in der Psychoanalyse an der Münchner Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie. Dieses Ausbildungsinstitut folgte damals einer modifizierten Freudschen Richtung, für die hauptsächlich F. Riemann – bekannt geworden durch sein Buch: Grundformen der
Angst – maßgebend war.
Mein Lehranalytiker war Otto Graf von Wittgenstein, der mehrere Bücher über Psychoanalyse und Mythenbildung veröffentlichte. 1980 erhielt ich die Zulassung Psychoanalyse in Einzel- und Gruppentherapie auszuüben. Ich begann mich damals mit der Psychoanalyse des franz. Analytikers J. Lacan zu beschäftigen und mich nur auf Einzelbehandlungen zu konzentrieren. Mit Lacan setze ich mich auch noch heute auseinander und habe in der Folge auch selbst Bücher, die sich auf sein Vorgehen stützen, veröffentlicht.
Angst – maßgebend war.
Mein Lehranalytiker war Otto Graf von Wittgenstein, der mehrere Bücher über Psychoanalyse und Mythenbildung veröffentlichte. 1980 erhielt ich die Zulassung Psychoanalyse in Einzel- und Gruppentherapie auszuüben. Ich begann mich damals mit der Psychoanalyse des franz. Analytikers J. Lacan zu beschäftigen und mich nur auf Einzelbehandlungen zu konzentrieren. Mit Lacan setze ich mich auch noch heute auseinander und habe in der Folge auch selbst Bücher, die sich auf sein Vorgehen stützen, veröffentlicht.Die psychoanalytische Therapie wird von allen Krankenkassen bezahlt. Als Analytiker muß man dazu nach einigen vorbereitenden Sitzungen ein anonymes Gutachten erstellen. Es enthält nicht den Namen des Patienten und wird auch nicht von einem Gutachter aus der gleichen Stadt bewertet. Fast immer wird die Therapie bewilligt, meist auch die beantragte Stundenzahl. Der Patient muß sich darum nicht kümmern.
Die Psychoanalyse besteht in einer besonderen – fast möchte man sagen: künstlichen – Art des Gesprächs, indem man als Patient, als Ratsuchender, aufgefordert wird, alles was einem durch den Sinn geht „frei assoziativ“ auszusprechen. „Frei assoziativ“ heißt manchmal bis zum Unsinn, bis zu Widersprüchlichkeiten, Versprechern, dem Auftauchen spontaner Erinnerungen und dem Erzählen von Träumen. Aus diesem oft unzusammenhängenden „Text“ kann der Analytiker jedoch unbewusste Zusammenhänge herausfischen. Er kann dieses unbewusste gedankliche „Material“ deuten und interpretieren. Er tut dies vor allem in Bezug zu dem, was er selbst für den Patienten darstellt, also zu dem, was der Patient an unbewussten Bedeutungen aktualisiert und auf den Analytiker „überträgt“. Der Begriff dieser „Übertragung“ steht daher im Zentrum der psychoanalytischen Theorie.
Denn, wie unzusammenhängend auch die assoziativen Einfälle sein mögen, sie bedeuten etwas gerade auch in der reinen intersubjektiven Beziehung dieser zwei Personen, Patient und Analytiker. Deswegen wird die Psychoanalyse auch eine Wissenschaft v o m Subjekt genannt, weil unmittelbar objektive Tatbestände nicht so wichtig sind. „Das Kollektiv ist das Subjekt des Individuums“, sagt Lacan. Jeder von uns hat eine kollektive Identität und das Kollektiv als solches kann für jeden einengend sein oder auch eine Chance bedeuten. Nation, Sprache, Rasse, Sippe, Clan, Kaste, religiöse Konfession und ein begrenztes Geschichtsbewusstsein sind eher einschränkende kollektive Identitäten.
Dagegen kann das eigene Unbewusste meist zu einem viel weiteren Verständnis vom Kollektiv beitragen. In einem derartigen Verständnis liegt die Heilkraft der Psychoanalyse egal unter welchen Symptome man leidet. Natürlich muß man nicht jede Analyse bis an die Grenze historischer Fassbarkeit und auf das Kollektiv der Menschheit als gesamte ausdehnen. Aber dass die Möglichkeit dazu besteht, darin liegt ein großer Reiz.
Ich selbst empfehle manchen meiner Patienten auch das Verfahren zu nutzen, das ich aus meiner therapeutischen Erfahrung und dem Studium Lacans entwickelt habe. Ich nenne es Analytische Psychokatharsis . Dieses Verfahren erleichtert und vereinfacht häufig die klassische Analyse. Denn schon Freud betonte, dass die „freie Assoziation“ meist gar nicht so frei und assoziativ gelingt, wie es dieser Ausdruck nahe legt. Zudem gibt es bei jedem Analytiker die sogenannte Gegenübertragung, also eine Übertragung des Analytikers auf die Übertragung des Patienten. In dem von mir entwickelten Verfahren fallen diese Hindernisse weg. Das Verfahren beruht auf gedanklichen Übungen, also einer Art von Meditation. Mit sogenannten FORMEL-WORTEN, die genau an der Grenze der Sprachlichkeit liegen, wie sie eben bei dem scheinbar „unzusammenhängenden Text“ des analytischen Gesprächs gegeben ist, gelingt ein schnellerer Zugang zum Unbewussten. Eine kurzgefasste Übersicht findet sich unter
- Analytische Psychokatharsis Dr. Günter von Hummel
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